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Ver.di: EVAG nutzt den Ferienstart zur Tarifflucht

30. Juni 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

Essen. Die D11049444_837477222967966_8235848541378601629_nienstleistungs-gewerkschaft ver.di im Bezirk Essen schlägt Alarm: Die Essener Verkehrs-AG (EVAG) steuert auf einen handfesten Tarifbruch zu, sollte sie ihre Pläne in die Tat umsetzen. Konkret geht es um die Absicht von EVAG-Vorstandschef Michael Feller und Prokurist Wolfgang Hausmann, die EVAG-Hauptkasse am Betriebshof Stadtmitte bereits morgen dauerhaft schließen zu wollen. Geht es nach ihnen, müssen elf Beschäftigte ihren angestammten Arbeitsplatz aufgeben; ihre Arbeit soll künftig ein externer Dienstleister erledigen. Doch nicht mit ver.di.

„Das eine solche Maßnahme umgesetzt, die Hauptkasse ausgegliedert und damit privatisiert wird, machen wir nicht mit! Denn das wäre nichts anderes als ein Tarifbruch allererster Güte“, betont Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer, zuständig für den Fachbereich Verkehr. Er erinnert an den im Dezember 2007 abgeschlossenen „Tarifvertrag zur Begleitung von Konsolidierungsmaßnahmen und soziale Absicherung der Arbeitnehmer/innen der EVAG“. Sauer: „In ihm ist ausdrücklich vereinbart, dass Maßnahmen der Restrukturierung nicht mit dem Ziel der Privatisierung durchgeführt werden dürfen. Doch genau das soll hier passieren. Wir lassen uns nicht von der Geschäftsführung mit dem Deckmäntelchen der Restrukturierung ausboten. Hier geht es klar um Privatisierung und das Ziel, Arbeitsplätze im Betrieb abzubauen. “

EVAG-Hauptkasse schlägt jährlich bis zu 36 Millionen Euro um

In der Hauptkasse am Betriebshof Stadtmitte arbeiten elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon drei mit einer Schwerbehinderung. Ver.di glaubt nicht daran, dass die EVAG daran interessiert sei, dauerhaft eine andere adäquate Beschäftigung im Unternehmen zu finden. In der Hauptkasse werden jährlich zwischen 33 und 36 Millionen Euro umgeschlagen, etwa aus dem Ticketverkauf aus dem Fahrbetrieb. Die Hauptkasse stellt sowohl die Wechselgeldversorgung in den Bussen sicher, als auch in den EVAG-KundenCenternund in der Kasse der Duisburger Verkehrs-Gesellschaft (DVG). Zur Aufgabe der Hauptkasse gehört es ebenfalls, etwa die Gelder aus den Toilettenanlagen der EVAG und den Stadtwerke-Einzahlautomaten abzuholen. Auch das Kleingeld aus den städtischen Parkautomaten wird dort sortiert. „Und das haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren immer vorbildlich erledigt. Beanstandungen gab es nie, weshalb und der Entschluss der EVAG nun stark verwundert und mehr als irritiert“, so Sauer. Die Aufgaben in der Hauptkasse sollen zum 01. Juli 2015 fast vollständig an einen Dienstleister außerhalb der EVAG übertragen werden. „Bis auf zwei Mitarbeiterinnen sind neun Mitarbeiter davon betroffen. Ihnen werden der Arbeitsplatz und ihre Aufgaben sozusagen unter den Füßen weggehauen. Es handelt sich hierbei um Arbeitsplätze mit sinnvollen Aufgaben. Dass die übrigen beiden Mitarbeiterinnen vorerst in der Abteilung bleiben sollen, ist da auch kein Trost“, so Sauer.

Ver.di schickt „Offenen Brief“ und setzt der EVAG eine letzte Frist

Der Gewerkschafssekretär beklagt, dass nicht nur ver.di außen vor gehalten wurde: „Auch der Betriebsrat ist seitens der Geschäftsführung völlig unzureichend eingebunden worden.“ In einem offenen Brief (siehe Anlage) wendet sich ver.di nun mit einer letzten Frist bis zum 1. Juli 2015, 13 Uhr, an EVAG-Vorstandschef Michael Feller und Prokurist Wolfgang Hausmann. „Privatisierung bedeutet im Sinne des Tarifvertrages Outsourcing. Und diese Art der Privatisierung durch den Tarifvertrage ausgeschlossen. Ganz einfach. Sollte die EVAG die tarifvertragswidrige Maßnahme nicht unterlassen, werden wir von allen uns möglichen Mitteln Gebrauch machen, diese abzuwehren“, bekräftigt Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer.

 

Fahrgäste über die Folgen aufgeklärt

25. Juni 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

IMG_9676Anlässlich des bundesweiten Aktionstages haben am Dienstag, 23. Juni, ver.di-Vertrauensleute, Betriebsrat und Beschäftigte der Essener Verkehrs-AG die Fahrgäste an den Haltestellen in der Essener Innenstadt über die aberwitzigen Pläne der Bundesregierung aufgeklärt und für eine nachhaltige Finanzierung des kommunalen Nahverkehrs geworben. Denn die Bundeszuschüsse gelten zunächst nur bis 2019. Danach fehlt es an einer Anschlussfinanzierung. Am Ende der Aktion waren sich alle Kolleginnen und Kollegen darüber einig: „Wir geben keine Ruhe mehr, solange Bus und Bahn auf der Kippe stehen!“.

Geschafft: 10 000 Unterschriften gegen geplanten Kahlschlag bei der EVAG

25. Juni 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

11657396_10204718150575823_619057825_nGeschafft: 10 000 Bürgerinnen und Bürger haben den Aufruf „Das geht nur gemeinsam: Rettet Essener Bus + Bahn“ unterschrieben. Die Unterschriftenlisten wurden am Mittwoch (24. Juni) zu Beginn der Ratssitzung an Oberbürgermeister Reinhard Pass überreicht. Mitglieder der EVAG-Jugend- und Ausbildungsvertretung, des Betriebsrates, der ver.di Vertrauensleute, des ver.di-Fachbereichsvorstandes Verkehr und verdi-Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer nahmen an der Übergabe im Ratssaal teil. Als ein besonderes Hightlight trugen sie eine Modell-Straßenbahn in den Ratssaal, die bis zum Ende der Ratssitzung mahnend auf dem Tisch des Oberbürgermeisters abgestellt wurde. Auf den Zuschauerrängen befanden sich mehrere EVAG-Beschäftigte und verfolgten anschließend die Ratsdebatten. Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürger für die großartige Unterstützung. Es dürfen jedoch weiter Unterschriften gesammelt werden!

Fotos: Pascal Hesse