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Eine Seite von ver.di in Essen

Keine Privatisierung der Essener Verkehrs-AG

16. September 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

D00579er folgende Brief hat uns am 15. September erreicht, Absender Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß: „In den vergangenen Tagen ist mir in diversen Anfragen, bei Gesprächen mit Bürgern und auch über die Medien immer wieder vorgehalten worden, ich würde eine (Teil)- Privatisierung der EVAG planen. Natürlich ist das vom politischen Wettbewerb aufgegriffen und im Wahlkampf verstärkt worden, leider. Dieser Vorwurf ist die Folge eines Missverständnisses, das ich gerne mit einigen Sätzen aufklären möchte. Bei einer Diskussionsveranstaltung mit mir und Herrn Kufen beim BDKJ (Bund deutscher katholischer Jugend) bin ich gefragt worden, wie das Angebot im ÖPNV verbessert werden kann. Bei dieser Frage habe ich zugrunde gelegt, dass sich das Interesse der jungen Leute auf eine Angebotsverbesserung in verkehrsarmer Zeit handelt. Zusätzlich weiß ich von Seniorengruppen, die ich seit über einem Jahr immer wieder bei Stadtteilspaziergängen begleite, dass Siedlungsbereiche in Randlagen (z.B. Isinger Feld) an Wochenenden nur unzureichend bedient werden und daher auch dort ein besseres Angebot von Verkehrsleistungen erreicht werden muss. Meine Antwort war dem Sinne nach zunächst der Verweis auf die besondere finanzielle Belastung in der EVV Holding, die einer Ausweitung des Angebotes entgegensteht, und dass man daher auch das Angebot von Privaten prüfen solle. Das glaubte ich auch problemlos sagen zu können, da die EVAG sich in solchen Fällen bereits privater Dienstleiter bedient, z.B. Taxibusse, aber nur in diesen Fällen. Aus diesem Vorgang ist der „Privatisierungsvorwurf“ abgeleitet worden. Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Vorwurf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verunsichert, was ich sehr bedauere. Vielmehr ist mir wichtig: Auch in Zeiten knapper Kassen ist eine Reduzierung des Nahverkehrsangebotes für mich nicht verhandelbar. Denn wir alle sind auf einen funktionierenden und verlässlichen Nahverkehr in städtischer Hand angewiesen.“

Ver.di gegen „Privatisierung“ des Essener Nahverkehrs

9. September 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

12010532_746900672104019_8942390012998422526_oDie Essener Verkehrs-AG ist keine Melkkuh, da sind sich der Fachbereich Verkehr im ver.di Bezirk Essen und die Beschäftigten bei der Essener Verkehrs-AG (EVAG) einig. Und sie sind stinksauer darüber, wenn sich bei Wahlkampfauftritten die Themen zum öfentlichen Nahverkehr nur in die Richtung der „Privatisierung“ drehen. Eine Privatisierung ist kein Garant für eine Verbesserung des städtischen Haushalts. Wo bleibt das Bekenntnis und die Zusage zum Essener Nahverkehr?

Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer, der für den Bereich Verkehr zuständig ist, betont dazu: „Erst kürzlich haben sich in nur wenigen Tagen im Rahmen der Aktion „Rettet Essener Bus und Bahn“ mehr als 10.000 Essener Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift für das gleiche Angebot von Bus und Bahn ausgesprochen und weiteren Sparorgien eine klare Absage erteilt.“

Privatisierung gehe immer zu Lasten und zum Nachteil des Leistungsangebots für Bürgerinnen und Bürger, es würde eine zukunfts- und lebenswerte Stadt, sowie einen guten Wirtschaftsstandort, um Jahre zurückwerfen. Sauer: „Auch stellen wir uns schützend vor den EVAG-Beschäftigten, die rund um die Uhr ihr Bestes geben. Erforderlich wäre jetzt mal mehr Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten der EVAG statt das Damoklesschwert der Privatisierung über Essen kreisen zu lassen. “Mit solchen Seitenhieben würde letztendlich die gute Arbeit der Beschäftigten im gesamten Nahverkehrsunternehmen und der hochwertige Essener Nahverkehr in Frage gestellt. „Dagegen wehren wir uns“, macht Rainer Sauer noch einmal klar und deutlich.

Ver.di erwartet von den OB-Kandidaten, dass sie sich verantwortlich für den Erhalt von Bus und Bahn und für den Erhalt der Arbeitsplätze bei der EVAG einsetzen“. Eine Privatisierung würde die Gewerkschaft auf keinen Fall hinnehmen.

Ver.di: EVAG nutzt den Ferienstart zur Tarifflucht

30. Juni 2015 von Rainer Sauer | Keine Kommentare

Essen. Die D11049444_837477222967966_8235848541378601629_nienstleistungs-gewerkschaft ver.di im Bezirk Essen schlägt Alarm: Die Essener Verkehrs-AG (EVAG) steuert auf einen handfesten Tarifbruch zu, sollte sie ihre Pläne in die Tat umsetzen. Konkret geht es um die Absicht von EVAG-Vorstandschef Michael Feller und Prokurist Wolfgang Hausmann, die EVAG-Hauptkasse am Betriebshof Stadtmitte bereits morgen dauerhaft schließen zu wollen. Geht es nach ihnen, müssen elf Beschäftigte ihren angestammten Arbeitsplatz aufgeben; ihre Arbeit soll künftig ein externer Dienstleister erledigen. Doch nicht mit ver.di.

„Das eine solche Maßnahme umgesetzt, die Hauptkasse ausgegliedert und damit privatisiert wird, machen wir nicht mit! Denn das wäre nichts anderes als ein Tarifbruch allererster Güte“, betont Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer, zuständig für den Fachbereich Verkehr. Er erinnert an den im Dezember 2007 abgeschlossenen „Tarifvertrag zur Begleitung von Konsolidierungsmaßnahmen und soziale Absicherung der Arbeitnehmer/innen der EVAG“. Sauer: „In ihm ist ausdrücklich vereinbart, dass Maßnahmen der Restrukturierung nicht mit dem Ziel der Privatisierung durchgeführt werden dürfen. Doch genau das soll hier passieren. Wir lassen uns nicht von der Geschäftsführung mit dem Deckmäntelchen der Restrukturierung ausboten. Hier geht es klar um Privatisierung und das Ziel, Arbeitsplätze im Betrieb abzubauen. “

EVAG-Hauptkasse schlägt jährlich bis zu 36 Millionen Euro um

In der Hauptkasse am Betriebshof Stadtmitte arbeiten elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon drei mit einer Schwerbehinderung. Ver.di glaubt nicht daran, dass die EVAG daran interessiert sei, dauerhaft eine andere adäquate Beschäftigung im Unternehmen zu finden. In der Hauptkasse werden jährlich zwischen 33 und 36 Millionen Euro umgeschlagen, etwa aus dem Ticketverkauf aus dem Fahrbetrieb. Die Hauptkasse stellt sowohl die Wechselgeldversorgung in den Bussen sicher, als auch in den EVAG-KundenCenternund in der Kasse der Duisburger Verkehrs-Gesellschaft (DVG). Zur Aufgabe der Hauptkasse gehört es ebenfalls, etwa die Gelder aus den Toilettenanlagen der EVAG und den Stadtwerke-Einzahlautomaten abzuholen. Auch das Kleingeld aus den städtischen Parkautomaten wird dort sortiert. „Und das haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren immer vorbildlich erledigt. Beanstandungen gab es nie, weshalb und der Entschluss der EVAG nun stark verwundert und mehr als irritiert“, so Sauer. Die Aufgaben in der Hauptkasse sollen zum 01. Juli 2015 fast vollständig an einen Dienstleister außerhalb der EVAG übertragen werden. „Bis auf zwei Mitarbeiterinnen sind neun Mitarbeiter davon betroffen. Ihnen werden der Arbeitsplatz und ihre Aufgaben sozusagen unter den Füßen weggehauen. Es handelt sich hierbei um Arbeitsplätze mit sinnvollen Aufgaben. Dass die übrigen beiden Mitarbeiterinnen vorerst in der Abteilung bleiben sollen, ist da auch kein Trost“, so Sauer.

Ver.di schickt „Offenen Brief“ und setzt der EVAG eine letzte Frist

Der Gewerkschafssekretär beklagt, dass nicht nur ver.di außen vor gehalten wurde: „Auch der Betriebsrat ist seitens der Geschäftsführung völlig unzureichend eingebunden worden.“ In einem offenen Brief (siehe Anlage) wendet sich ver.di nun mit einer letzten Frist bis zum 1. Juli 2015, 13 Uhr, an EVAG-Vorstandschef Michael Feller und Prokurist Wolfgang Hausmann. „Privatisierung bedeutet im Sinne des Tarifvertrages Outsourcing. Und diese Art der Privatisierung durch den Tarifvertrage ausgeschlossen. Ganz einfach. Sollte die EVAG die tarifvertragswidrige Maßnahme nicht unterlassen, werden wir von allen uns möglichen Mitteln Gebrauch machen, diese abzuwehren“, bekräftigt Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer.